Da bereits die Vorfahren als leistungsstarke Zug- und Lasttiere von den Fischern Neufundlands eingesetzt wurden, hat der Neufundländer auch heute noch die notwendigen körperlichen Voraussetzungen, um schwere Lasten zu ziehen. Mit etwas handwerklichem Geschick, einem geeigneten Geschirr und ein wenig Abenteuerlust sind bald die notwendigen Voraussetzungen geschaffen und der Hund kann seine Eigenschaften als Zug- und Lastenhund unter Beweis stellen. Nicht nur Kinder haben dabei großen Spaß, sondern auch der Hund, der seine Energien abbauen kann.

Nähere Informationen unter www.zughunde.at

 

Das Bierkistlziehen
Bericht von Thomas Kaiser

Unsere Neufundländer-Dame Amina von Friedberg am Wechsel "Lana" ist nun 4 1/2 Jahre alt. Sie steht in der Blüte ihres Lebens und das merkt man auch. Lana tut alles mit großer Intensität, genießt ihre ausgedehnten Ruhepausen und flippt total aus, wenn es ums Spielen geht. Es macht unseren Kindern und uns viel Spaß mit ihr schwimmen und wandern zu gehen. Auch Wagerlziehen wollten wir schon immer einmal ausprobieren.
Nach einem Schnuppertag vor zwei Jahren ist noch einige Zeit vergangen bis wir uns endlich ein kleines Leiterwagerl samt Zuggeschirr zugelegt haben. Den Kindern, vor allem unserem dreijährigen Michael, machen die Ausfahrten über die Feldwege am Stadtrand von Wien großen Spaß. Außer mit dem Wagerl zieht uns Lana auch gerne auf Inline Skatern und mit dem Scooter.
Seit einigen Wochen sind wir Mitglieder des Zughunde-Vereins und üben auf dem Parcours für die Zughunde-Prüfung.
Letzten Mittwoch war ein schöner heißer Augusttag, für Neufi-Aktivitäten abseits vom Wasser eigentlich viel zu heiß. In der Früh rief uns Peter Höfer an und erinnerte uns, an das für diesen Tag geplante Bierkistelziehen. Er ahnte sicher, dass ohne nachtelefonieren viele bei diesem Wetter nicht teilnehmen würden. Beim Bierkistelziehen geht es darum, einen kleinen Wagen beladen mit einer vollen Bierkiste, vor dem ein Zughund gespannt ist, möglichst schnell und fehlerfrei durch einen Hindernisparcours zu manövrieren. Nach kurzem Wortwechsel hat er uns mit seinem typischen Schmäh restlos davon überzeugt, dass es höchste Zeit war Richtung ÖGV Platz Leobersdorf aufzubrechen und an dem Wettbewerb teilzunehmen. Als wir dort ankamen, war der Parcours bereits fast fertig aufgebaut. Es war offensichtlich nicht einfach die Stecke fehlerlos zu bewältigen. Nach dem Start musste man durch einen Torbogen, danach mit einem Rad des Wagens über eine ca. 3 Meter lange, sehr schmale Latte, weiters durch verschiedene Kurven, Zickzack-Strecken usw. Die schwierigsten Stellen waren sicher das Gatter und die Wippe.
Vor dem Gatter musste der Hund abgestellt werden, das Tor geöffnet, Hund und Wagen durch das Tor hindurchgeführt, danach zum Schließen des Gatters wieder abgestellt und dann weiter geführt werden. Die Wippe musste von Hund und Hundeführer gemeinsam bewältigt werden. Nach einem langen Slalomkurs kam der Zieleinlauf.
Alle Hundeführer wurden durch den Parcours geführt. Es dauerte eine Weile bis wir die Strecke überhaupt verstanden hatten und wir dachten nicht im Traum daran einen Platz in den vorderen Rängen zu erreichen.
Meine Frau Hilde und Lana gingen mit Startnummer 5 ins Rennen.
Die ersten vier Starter schlugen sich tapfer. Dann wurden wir ganz aufgeregt, denn nun waren Hilde und Lana an der Reihe. Wir mussten uns zusammenreißen und durften nicht anfeuern, denn das hätte Lana zu sehr abgelenkt. So hatte nicht nur das Gespann, sondern auch wir als Zuschauer eine schwierige Aufgabe zu bewältigen.
Lana startete voll motiviert - wie immer wenn es ums spielen geht. Dann kam der Augenblick wo wir unseren Augen nicht trauten: Das erste schwierige Hindernis, die Latte wurde von unseren Beiden fehlerlos bewältigt. Wir konnten es nicht glauben, Lana war nicht nur schnell, sondern reagierte auch feinfühlig auf die Kommandos von Hilde. Nachdem die beiden keinen Fehler machten und den Kurs schnell bewältigten, hatten wir schon so eine Ahnung, dass vielleicht ein Platz ganz vorne drin ist.
Nach dem Rennen wurden die Aufzeichnungen ausgewertet und danach wurde zur Siegerehrung gerufen.
Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen bewertet: Hunde unter bzw. über 35 kg.
In der Gruppe über 35 kg hatte Lana tatsächlich den erster Platz geschafft! Wir hatten eine riesige Freude und Lana freute sich mit uns, schon alleine der Belohnungsknackwurst wegen.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch den eigentlichen Sieger des Rennens nämlich Hrn. Kucera, der erst kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte und mit Bello den 4. Platz erreichte und Hannes, der trotz schwerer Gehbehinderung sein Gespann mit Zughund Tina zügig und geschickt durch den Parcours führte.
Der Bewerb hat großen Spaß gemacht, vor allem auch deshalb, weil bei allem die Freude für Mensch und Tier im Vordergrund stand.

 

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